Thursday, 13 August, 2020

Britischer Supermarkt macht es vor: plastikfrei und das in nur 10 Wochen!


Britischer Supermarkt macht es vor: plastikfrei und das in nur 10 Wochen!

Der Supermarkt im Norden Londons ist der erste Supermarkt in Großbritannien, der plastikfreie Zonen eingeführt hat. Und die Umstellung dauerte nur 10 Wochen. Der Markt, der nun mehr als 1.700 Produkte ohne umweltschädliche Plastikverpackungen anbietet, will große Supermarktketten anspornen, seinem Beispiel zu folgen.

http://www.thorntonsbudgens.com/
Der britische Supermarkt ist einer der ersten der Welt, der plastikfreie Zonen anbietet
Dass Plastik und Lebensmittel nicht wie gewohnt zusammengehören, zeigt uns der britische Supermarkt Thorntons Budgens in Camden’s Belsize Park. In den vergangenen 10 Wochen wurden 1.700 Produktlinien auf plastikfreie Verpackungen umgestellt. Und dies soll nur der Anfang der Reise sein, den Laden innerhalb der nächsten drei Jahre auf „nahezu plastikfrei“ umzugestalten. Unterstützt von lokalen Prominenten wie Jim Broadbent und Janet Suzman, scheint der Supermarkt zu einem öffentlichen Experiment geworden zu sein, wie man Lebensmittel nachhaltiger anbietet. Eigentümer Andrew Thornton gibt zu verstehen:

„Ich bin der Überzeugung, dass Lebensmittelgeschäfte ein zentraler Bestandteil unserer Gesellschaft sein sollten, genauso wie Lebensmittel auch ein so zentraler Bestandteil unseres Lebens sind. Ein nachhaltigerer Einzelhändler zu sein, beinhaltet für mich, sich für die Gesellschaft zu engagieren und sich ökologisch nachhaltig um die Menschen zu kümmern.“

https://www.bbc.co.uk/newsround/46141685
Obst und Gemüse in Plastik gehören in dem britischen Supermarkt ab sofort der Vergangenheit an
Ob Bananen in Plastiktüten, die Gurke in der Folie oder Schinkenscheiben umhüllt von Plastikblättern – leider ist dies zum normalen Anblick in Supermärkten geworden. Der britische Supermarkt hingegen ersetzt viele Produkte in Plastikverpackungen durch altmodisch aussehende Papiertüten aus Zellulose. Regionales Fleisch, Brot, Obst und Gemüse sind nur einige der nun nicht mehr in Plastik gehüllten Produkte. Für die über 300 Käsesorten, die der Laden anbietet, wurde sogar eigens eine neue, transparente Wachsverpackung entwickelt.

Unterstützung beim Übergang zur Plastikfreiheit erhielt Thorntons Budgens durch die Initiative „A Plastic Planet“. Sian Sutherland, Mitbegründerin der Kampagne, die sich für eine plastikfreie Welt einsetzt, stellte Kontakte her zu Produzenten und Firmen, die sich der Herausforderung gewachsen sahen, Verpackungen aus alternativen Materialien zu entwickeln.

“Es sind die großen Marken, die mit ihrem Tempo der Veränderung wie Schnecken sind. Was wir tun, ist das Öffnen einer Tür für neue Verpackungstechnik.”,

sagt Sutherland. Eine großartige Leistung, innerhalb dieser kurzen Zeit eine so große und nachhaltig wertvolle Veränderung zu vollbringen. Damit räumt Thornton Budgens ein für allemal mit der Behauptung auf, man könne nur schrittweise Fortschritte in der Verbannung von Kunststoffen erzielen. Sutherland berichtet weiterhin stolz:

„Wir werden ein lebendiges, funktionierendes Labor sein. Alle anderen Supermärkte können aus dem, was wir tun, schauen und lernen. Wir haben in nur 10 Wochen 1.700 Produktlinien umgebaut, aber das ist erst der Anfang.“

Britischer Supermarkt macht es vor: plastikfrei und das in nur 10 Wochen!
Britischer Supermarkt macht es vor: plastikfrei und das in nur 10 Wochen!

Britischer Supermarkt macht es vor: „Plastikfrei“ und das in nur 10 Wochen! – British supermarket becomes one of world’s first to have plastic-free!


Verbraucher auf der ganzen Welt sehnen sich nach weniger Verpackungsmüll bei Lebensmitteln
Inspiration fand der Londoner Supermarkt durch die Bio-Supermarktkette Ekoplaza in Amsterdam, in den Niederlanden. Dort wurden nämlich vor kurzem bereits plastikfreie Zonen eingeführt, ebenfalls mit der Hilfe von „A Plastic Planet“. 700 Produkte können dort in kompostierbaren Materialien wie Glas, Pappe oder Metall gekauft werden. Für Aufsehen sorgte auch Neuseelands Supermarktkette „New World“: Hier wird seit neuestem der Trend „Food in the nude“, also „nacktes Essen“ gelebt. Kunden bekommen ihr Obst und Gemüse nur „nackt“, ohne lästige Plastikverpackung. Der Verkauf einiger Gemüsesorten stieg um 300 %. Ein eindeutiges Zeichen dafür, dass Verbraucher sich nach Natürlichkeit und Nachhaltigkeit sehnen.

FOOD IN THE NUDE PROJECT TAKES OFF (PLASTIC)


Auch Deutschland ist bereits auf den Zug „plastikfrei“ aufgesprungen. Insbesondere die Verbannung von Plastiktüten in einem Großteil der Einzelhandelsgeschäfte machte auf sich aufmerksam. Ein erster wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Doch die Deutschen stehen auf der Rangliste der Erzeuger von Plastikmüll immer noch auf Platz drei, direkt hinter Estland und Irland. Laut einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung aus dem Jahr 2015 produzierte jeder Einwohner hierzulande beachtliche 37,4 Kilogramm Plastikmüll pro Jahr. Umso wichtiger, dass verpackungsfreie Supermärkte wie zum Beispiel die Kette „Unverpackt“ auf dem Vormarsch sind. Diese Läden bieten alle Waren „offen“ oder notfalls in wiederverwendbaren Behältern an, sodass sich der Kunde die Menge, die er benötigt, einfach abfüllen kann.

Verpackungsfreier Supermarkt: Einkaufen ohne Verpackung


Deutsche Discounter oder Supermarktketten wie Aldi und Lidl stehen aufgrund dieser immer größer werdenden Nachfrage unter Druck. So strebt Lidl beispielsweise an, Plastikverpackungen bis zum Jahr 2025 um 20 % zu reduzieren. Ein ziemlich zurückhaltender Schritt in Richtung Nachhaltigkeit, insbesondere, wenn man an die nur 10-wöchige „Umbauphase“ des britischen Supermarktes denkt. Doch auch als Endverbraucher hat man die Möglichkeit, sich für einen nachhaltigen Umgang mit der Natur und der Umwelt einzusetzen, wenn es um das Thema Plastik geht.

Zur Vermeidung von nicht recycelbaren Müll gilt es, möglichst unverpackte Lebensmittel zu kaufen. Außerdem lohnt es sich, den Supermarkt seines Vertrauens immer wieder auf die unnötigen Mengen von Plastikverpackungen hinzuweisen und deutlich zu machen, dass es bereits bewährte Alternativen zu Plastik gibt.

QUELLE

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